Braunkohl “Rote Palme” – Brassica oleracea var. sabellica

Name (ggf botanischer & Trivialname)

Braunkohl “Rote Palme” B. oleracea var. sabellica

Geschichte/Sorten-Herkunft/

Wissenswertes zur Sorte

aus Kreuzung alter Sorten hervorgegangen. Ostfriesland. Nicht kopfbildende Kohlarten zählen zu den ältesten Kulturformen der Art. Griechen und Römer nutzten ähnliche Typen und auch in der Renaissance tauchen Bilder von ähnlichen Formen auf. In Ostfriesland gibt es die ihrer Höhe wegen besonders bekannte „Ostfriesische Palme“, die sowohl für die menschliche als auch tierische Ernährung angebaut wird und deren Strünke früher sogar als Dachsparren genutzt wurden.

Beschreibung /Geschmack/Nutzen

Bis 1,80 m hoch, standfest und sehr dekorativ. Bei der Anzucht werden nur die violettgrünlichen Jungpflanzen weiterkultiviert. Diese werden zum Winter hin dunkel violett mit mittel gekräuselten, sehr mild schmeckenden Blättern

Standort (Sonnig, Halbschatten, Schatten / Bodenbeschaffenheit, Nass/Trocken etc.)

Sämtliche Kohlarten sind Tiefwurzler. Sie wachsen dort am besten, wo der Boden tiefgründig, fest und feucht ist. Besonders wichtig ist, das Land, auf dem Kohl angebaut wird, immer gut zu kalken. Auf versauertem Boden wird der Kohl leicht von der gefürchteten Kohlhernie befallen und außerdem anfällig für allerlei Pilzkrankheiten. Reichlich düngen und wässern und auf Fruchtfolge achten!

Aussaatzeit/Abstände/Keimdauer

Apr.-Juni, / ca. 0,5-1 cm tief

50×50 cm

1. Ernte /letzte Ernte / Ertrag

2-3 Monate nach Aussat sind die ersten Blätter erntbar, bis in‘s zweite Jahr hinein. Bei Vermehrungspflanzen nicht zu viel ernten um die Pflanze nicht zu sehr zu schwächen

Lebensdauer

zweijährig

Saatgutvermehrung

Kohlpflanzen brauchen immer größere Bestände (mindestens 10, besser 20 Pflanzen) um Inzuchtprobleme zu vermeiden und werden daher unter Isoliernetzen angebaut (da sie ebenfalls sehr verkreuzungsfreudig sind), in die Bestäuber eingebracht werden müssen (siehe Handbuch Samengärtnerei, S. 216)

Typische Pflanzen/-Sortenkrankheiten – evtl. deren Behandlung

Zum Schutz gegen die Kohlfliege und Schadschmetterlinge bzw. deren Raupen können Kohlpflanzen mit Netzen abgedeckt werden. Sind Pflanzen von der Kohlfliege befallen, sollten sie besser komplett aus dem Bestand entfernt werden.

Saatguterntejahr / Herkunft

2017/Rhauderfehn (Ostfriesland)